Öfter, als man denkt: Software-Prototypen im Produktiveinsatz

Glühbirne

Arbeiten auch Sie mit Software-Prototypen? Ja? Verständlich, denn ein Software-Prototyp ist schließlich die Software, die genau das kann, was sich das Unternehmen gewünscht hat. Entwickelt aus einem Mangel an Funktionen in den Reihen der standardisierten Softwareprodukte. Entwickelt als Versuchsballon für eine eigenständige Software und plötzlich dennoch im produktiven Einsatz. Aber sind Sie sich auch des nicht zu unterschätzenden Risikos eines Produktiveinsatzes bewusst?

Software-Prototypen helfen Fehler zu vermeiden

Viele Unternehmen kennen die Situation: Eine neue Software wird benötigt. Das aktuelle Software-Portfolio kann die Aufgabenstellungen nicht abdecken. Am Besten wäre ein Softwareprodukt von der Stange. Kurz konfigurieren und fertig. Wobei, wenn die neue Software das können soll, warum nicht auch noch jenes… und wieso eigentlich nicht auch noch das? Sie merken, die Gefahr, sich in ausufernden Anforderungen zu verlieren, ist groß! Die Suche nach geeigneter Standardsoftware ist zeitintensiv und selten mit dem Fund der perfekten Lösung gekrönt.

Gefühlt viel zu selten, nutzen Unternehmen die Chance mit Softwareprototypen sich ihre Softwarelösung zu erarbeiten: Mit Mustern kann das optimale User Interface ermittelt werden. Einzelne Funktionen können anhand kleiner Demonstratoren bereits vorab getestet werden. Anhand eines Pilotsystems können alle Funktionen in einer benutzerfreundlich designten Oberfläche von den tatsächlichen Anwendern mit realen Aufgabestellungen getestet werden.

Machen wir uns nichts vor: Mit einem Prototypen alleine ist es nicht getan. Sie werden scheitern, neue Ideen verwirklichen und wieder scheitern. Aber am Ende mehrerer Iterationen haben Sie was Sie wirklich brauchen – nicht mehr und nicht weniger – und das Wissen, dass alles wie gewünscht funktioniert. Die Entwicklung der Produktivsoftware auf Basis des finalen Prototypen kann beginnen!

 

Prototypen produktiv verwenden – ein Einsatz mit Risiken?

Aber wieso den hart erarbeiteten finalen Prototypen, der auch nicht günstig war, nicht einfach weiterverwenden? Immerhin ist er getestet, kann genau das, was er soll und funktioniert.

Nun, per Definition ist ein Prototyp nicht für den langwierigen Produktiveinsatz entwickelt worden. Das heißt selbstverständlich nicht, dass er nicht ein, zwei oder fünf Jahre einwandfrei funktioniert. Vielleicht kommt aber auch schon früher der Punkt, an dem irgendetwas aus irgendeinem Grund nicht mehr funktioniert. Und dann fangen die Probleme an: Prototypen sind, weil sie nicht für den Produktiveinsatz entwickelt wurden, häufig mehr schlecht als recht dokumentiert. Der Quellcode und die Logik zur Datenspeicherung sind individuell und durch die Iteration kontinuierlich zu einem großen Etwas verwachsen. Die enthaltenen Daten lassen sich nicht oder nur sehr schwer in andere System überführen. Die Problemlösung  wird schwierig werden…

Und letztlich beginnt der Kreislauf von vorn: Wenn schon eine neue Software benötigt wird, könnte doch auch noch folgende zusätzlich Aufgabenstellung gelöst werden…

 

Haben Sie sich wieder erkannt?

Nicht schlimm – Sie kennen nun die Risiken und können vorausschauend reagieren.

 

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