Künstliche Intelligenz verändert die Beratungsbranche grundlegend. In seinem aktuellen Fachbeitrag analysiert Dr. Jörg Pirron, Geschäftsführer von PROTEMA, warum das traditionelle Vergütungsmodell auf Basis von Stunden- und Tagessätzen zunehmend unter Druck gerät und welche Rolle Beratungsunternehmen künftig im Zeitalter der KI einnehmen werden.
Die Unternehmensberatung gilt seit Jahrzehnten als wissensgetriebenes Geschäft. Expertise, analytische Fähigkeiten und der Zugriff auf Informationen bildeten die Grundlage für Beratungsleistungen – und damit auch für das klassische Vergütungsmodell auf Basis von Stunden- und Tagessätzen.
Doch genau dieses Fundament gerät durch den rasanten Fortschritt der Künstlichen Intelligenz zunehmend ins Wanken.
Generative KI-Systeme übernehmen heute Aufgaben, die noch vor wenigen Jahren einen erheblichen Teil der Projektarbeit in Beratungen ausmachten. Recherchen, Marktanalysen, Benchmarking, Dokumentation oder die Aufbereitung großer Datenmengen lassen sich zunehmend automatisieren. Was früher Tage oder Wochen in Anspruch nahm, kann heute innerhalb weniger Stunden erstellt werden.
Nicht die Beratungsbranche verschwindet. Sondern ein Geschäftsmodell, das Zeit statt Wirkung verkauft.
Damit verliert ein zentraler Wettbewerbsvorteil vieler Beratungen an Bedeutung: der exklusive Zugang zu Wissen und Informationen. Unternehmen können zahlreiche Analysen inzwischen selbst durchführen oder KI-gestützte Werkzeuge direkt einsetzen. Die Folge: Der Wert von Beratungsleistungen bemisst sich immer weniger an der investierten Zeit und immer stärker am tatsächlich erzielten Nutzen.
Nach Ansicht von Dr. Pirron verschiebt sich damit die Rolle von Beraterinnen und Beratern grundlegend. Während standardisierte Analyseleistungen zunehmend automatisiert werden, gewinnen Fähigkeiten an Bedeutung, die sich nicht ohne Weiteres durch Algorithmen ersetzen lassen.
Dazu gehören insbesondere:
Beratung wird dadurch weniger zu einem Geschäft der Wissensvermittlung und stärker zu einem Geschäft der Entscheidungsunterstützung und Umsetzung.
Diese Entwicklung stellt auch das traditionelle Abrechnungsmodell infrage. Wenn KI die Produktivität deutlich erhöht, entsteht für Kunden zunehmend die Frage, warum Leistungen weiterhin primär nach aufgewendeter Zeit vergütet werden sollen.
Der Beitrag zeigt, dass künftig alternative Modelle an Bedeutung gewinnen könnten. Erfolgsorientierte Honorare, wertbasierte Vergütungssysteme oder hybride Ansätze rücken stärker in den Fokus. Entscheidend wird dabei sein, welchen konkreten Beitrag Beratungen zum Geschäftserfolg ihrer Kunden leisten – nicht wie viele Beratertage dafür erforderlich waren.
Trotz aller Veränderungen sieht Dr. Pirron die Entwicklung nicht als Bedrohung, sondern als Chance. Beratungsunternehmen, die KI konsequent in ihre Arbeitsweise integrieren und gleichzeitig ihre Kompetenzen in Strategie, Transformation und Umsetzung ausbauen, können ihre Leistungsfähigkeit erheblich steigern.
Für Kundenunternehmen eröffnet sich die Möglichkeit, schneller zu belastbaren Entscheidungen zu gelangen und Transformationsprojekte effizienter umzusetzen. Gleichzeitig steigt die Erwartung an Beratungen, messbare Ergebnisse zu liefern und Verantwortung für die Realisierung von Veränderungen zu übernehmen.
Die zentrale These des Beitrags lautet: Nicht die Beratungsbranche verschwindet, sondern ein Geschäftsmodell, das seine Leistungen primär über den Zeitaufwand definiert. In einer von Künstlicher Intelligenz geprägten Wirtschaft wird nachhaltiger Erfolg zunehmend daran gemessen, welchen konkreten Mehrwert Beratung schafft.
Der vollständige Beitrag von Dr. Jörg Pirron wurde am 19. Mai 2026 auf CONSULTING.de veröffentlicht und ist Teil der aktuellen Fachdiskussion über die Zukunft der Beratungsbranche im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Die Analyse zeigt eindrucksvoll, warum sich Consulting-Unternehmen bereits heute auf die Anforderungen eines neuen Marktes einstellen müssen.
Zum vollständigen Fachbeitrag: Das Ende des Stundensatzes – Wie Künstliche Intelligenz das Consulting-Geschäftsmodell einreißt
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